Kritische Auseinandersetzung des Wirkens von 1933-1945
Bayreuth – Für den Vortrag „Genie und Gewissen“ von Prof. Dr. Michael Wolffsohn im Balkonsaal des Friedrichsforums Bayreuth stellte Herzensretter Bayreuth e. V. den Sanitätsdienst.
Im Mittelpunkt des Vortrags stand die neue wissenschaftliche Untersuchung des Historikers Wolffsohn zur Rolle des österreichischen Dirigenten Herbert von Karajans während der Zeit von 1933-1945. Auf Grundlage umfangreicher internationaler Archivforschungen zeichnete Wolffsohn ein differenziertes Bild des weltbekannten Dirigenten, der sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1951 am Grünen Hügel dirigierte. Wolffsohn erläuterte, dass Karajan nach seiner Bewertung weder überzeugter Nationalsozialist noch aktiver Täter gewesen sei, sondern sich vor allem aus Karrieregründen dem politischen System angepasst habe. Dabei stellte er bisher verbreitete Deutungen anhand neuer Quellen kritisch zur Diskussion. Die Veranstaltung bot den rund 100 anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörern einen Einblick in den aktuellen Stand der historischen Forschung und regte allgemein zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit der Verantwortung von Kunstschaffenden in autoritären Systemen an.
Die Veranstaltung verlief aus Sicht der Herzensretter ohne nennenswerte medizinische Zwischenfälle, so dass das Einsatzteam einen entspannten, aber lehrreichen Vormittag verbrachte.

